Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke

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Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke

Lage

Auf einem Höhenzug zwischen der Wupper bei Wuppertal-Beyenburg und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal.

Verlauf

Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Feld-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten Weberstal endet.

Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal.

Bodenfunde

Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen.

Entstehungszeit und -zweck

Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Werk Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg als märkische Höhensperre auf.

Der Höhenweg ist zwar erst ab dem 19. Jahrhundert als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei Dürholt und Königsfeld kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei Königsfeld verlief die aus Richtung Halver kommende Frankfurter Straße (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen Porta Westfalica querte die Heerstraße von Köln nach Dortmund die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten Beyenburger Brücke.

Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der Porta Westfalica einem Bogen in westliche Richtung über Weuste und Vesterberg schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs.

Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische Burg Beyenburg und der Amtssitz des bergischen Amts Beyenburg befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark.

Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die Landwehr bei Hölzerne Klinke ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein.

Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre.

Unter der Bezeichnung Landwehr Teilstück III ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt.

Geodaten

Das Landwehrstück nach Bodenfunden als Google Earth KMZ-Datei

Literatur

  • Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66 (1938) S. 87
  • Herbert Nicke: Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte, Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001

Weblinks

Bilder

Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.
Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.


Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter
Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.


Blick in Gegenrichtung.
Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.